ich habe beschlossen, glücklich zu sein!

und nicht nur für heute, sondern immer. natürlich ist mir die utopie dieses vorsatzes durchaus bewusst, aber das heißt ja nicht, dass ich es nicht wenigstens versuchen sollte, nicht wahr?

ich werde mich nicht mehr runterziehen lassen, von niemandem. nicht von dir, nicht von meinem vater, nicht von den mädels. einfach nicht mehr. mag sein, dass du jetzt die augen verdrehst und mir in gedanken vorwirfst, einfach nur das negative zu verdrängen. mag sein, dass du recht hast. aber ich werde es dennoch so machen.

wenn ich einem guten bekannten von diesen gedanken erzähle, will er mich warnen. er erzählt von seinem versuch, sein leben so zu leben, und wie der so schrecklich schief gegangen ist. aber ich bin anders, sage ich mir dann.

ich kann schwierigkeiten weglächeln. und wenn ich weine, wenn ich alleine bin, dann zählt das nicht. denn macht der baum ein geräusch, wenn niemand da ist, der ihn umfallen hören kann?

also hilf mir. hilf mir, mein lächeln gerade zu halten, hilf mir, die finger von meinen fingern zu lassen und hilf mir, glücklich zu sein.
wenn nur ein einziges richtiges wort zu richtigen zeit gesagt wird, kann es das leck im sinkenden schiff stopfen. kann es das verrutschte lächeln gerade rücken. kann es mir helfen, den tag zu überstehen.
hilf mir.

1 Kommentar 29.4.11 17:43, kommentieren

was nettes?

du fragst mich öfters, ob ich hier auch etwas nettes über dich schreibe. oder ob ich hier nur die bösen dinge aufschreibe.

ich beruhige dich dann mit einem lächeln und versuche das thema zu wechseln. denn fakt ist: ich melde mich hier nur, wenn es mir nicht gut geht. in der hoffnung, dass es mir nach dem schreiben wieder besser geht.

im moment geht mir ein gedanke andauernd durch den kopf: wenn du selbst sagst, dass ich etwas besseres als das hier verdient habe, warum gibst du es mir nicht?
was fühlst du eigentlich? bin ich eher ein abenteuer für dich und ist dir das nur einfach nicht klar?
du möchtest wissen, warum ich so etwas überhaupt frage? immerhin hast du mir schon oft genug gesagt, dass ich dir wichtig bin und du mir nicht weh tun willst/wirst und einmal hast du mir sogar gesagt, dass du mich liebst.
nun, die antwort ist ganz einfach. meine logik schreibt mir vor zu denken, dass du, wenn dir mein wohl wirklich am herzen läge, weil du mich liebst/lieb hast/wasauchimmer, dich schon lange zu mir bekannt hättest. ja, ich weiß selbst, dass der ausdruck mies ist. aber der kern bleibt. wo ich anfänglich noch dachte, wir würden nie zusammen passen, denke ich mittlerweile nicht mehr viel.
ich habe mich abgefunden damit, dass wir zusammen glücklich sind und versuche das hinterfragen abzustellen. und doch: warum bleibt alles so wie es ist? wenn ich dir so viel bedeute, müsstest du nicht alles daran setzen, immer mit mir zusammen zu sein? ich meine, ich sehe doch wie du die momente genießt. oder spielst du mir das vor? nein, warum solltest du so etwas tun?

wie man unschwer erkennen kann, habe ich keine ahnung, was grade passiert oder wie ich hier wieder rauskommen könnte.

1 Kommentar 4.4.11 12:22, kommentieren

.

Und schon wieder sitze ich hier und strafe mich selbst Lügen, wenn ich mir immer wieder sage, dass ich damit klar komme und sowieso eigentlich darüber stehe.

Wie fast jeden Abend sitze ich vor meinem Rechner, wir unterhalten uns per Instant Messenger über den grade hinter uns gebrachten Tag und nebenher knabber ich an meinen Möhrchen. Diese Unterhaltungen mit dir sind irgendwie zu einem geliebten Ritual geworden, dass ich so nicht mehr missen möchte. Meistens verlaufen die Unterhaltungen nach einem ähnlichen Muster. Die ersten Minuten verbringen wir mit Fragen nach unserem jeweiligen Abendessen und in den darauffolgenden Minuten schrotzen wir über die Arbeit und unsere Kollegen. Wenn das dann irgendwann ausreichend abgehandelt worden ist, versucht einer von uns möglichst geschickt und unauffällig das Thema in die Gefühlsebene abzuschieben, damit wir auch mal über uns sprechen. Meistens bin ich das.
Leider gehört aber auch das jeweilige Ende dieser Gespräche zu dem Ritual. In den meisten Fällen schreibst du irgendwann, dass du jetzt gehen musst, weil sie gekommen ist. So unschön das ist, abgeschoben zu werden, weil jetzt Jemand besseres da ist, so wichtig ist mir doch die Information darüber.
Gestern bist du einfach so offline gegangen, ohne auch nur ein Wort. Ich saß vor meinem Rechner und dachte, du hättest ein Problem mit deinem Internet, wie ich es so oft hatte. Ich hab dir sogar eine SMS geschrieben, in der Hoffnung, dass du mir kurz sagst, wo du hin bist.
Gut eine halbe Stunde später blinkte das Feld auf meinem Monitor. Du schriebst, dass es dir leid tut, aber sie stand auf einmal in der Tür.
Wuusch, kalte Dusche.
Ich weiß gar nicht, wie ich das immer wieder schaffe, mir einzubilden, dass es nur dich und mich gibt. Kein Platz für Schmerzen, kein Platz für Ablenkungen oder Ärger. Aber irgendwie kriege ich das immer wieder hin. Und wenn ich dann sowas höre, fühlt es sich so an, als hätte jemand deinen warmen, kuscheligen Schlaf mit einem Eimer voll Eiswasser beendet hätte.
Ich weiß wirklich nicht, ob du dir auch nur im Ansatz vorstellen kannst, wie sich das anfühlt.
Ich meine, ich kann es ja nicht einmal richtig beschreiben. Ich weiß, dass du mich nie so sehen wirst, wie du sie siehst. Ich weiß, dass ich mir keine Hoffnungen machen sollte. Ich weiß, dass ich nicht die Eine für dich sein kann .. Und doch, wenn du mich berührst, scheint das alles hinten von meinem Bücherregal herunterzufallen.
Dann verdränge ich unbewusst alles, was nicht sein darf und genieße einfach nur die Zeit mit dir. Und dann werde ich unaufmerksam und in meinem Kopf tauchen diese Fragen auf. Wie wird das weitergehen? Werden wir uns in einem Jahr noch in die Augen sehen können? Was, wenn das jemals herauskommt?
Ich bin die naive, verwirrte, kleine Nuss und du bist doch der kluge, verantwortungsvolle Erwachsene. Müsstest du nicht sehen, dass unser Verhalten keine Zukunft hat und es uns allen zuliebe einfach beenden? Klar, die erste Zeit wäre seltsam und ich würde ich bestimmt nicht mehr ansehen können, ohne mir auf die Lippen zu beißen, damit sie aufhören zu zittern. Aber irgendwann würde alles wieder normal werden und uns allen ginge es gut bis an unser Lebensende.
Oh Gott, hoffentlich kommst du niemals auf die Idee, erwachsen zu handeln.



Aber bitte, bitte sag mir doch, wie das hier weiter laufen kann. Sag mir, was die Perspektiven sind.

Hilf mir, sei mein Freund.

24.3.11 15:36, kommentieren

.

die entwickelung ist schon enorm.
also, wie sich das zwischen uns entwickelt hat, meine ich.


ja das stimmt wohl
bereust du es ?


manchmal glaube ich, wenn es nicht so gekommen wäre, wäre es leichter für mich.
aber dann überlege ich, was ich dann alles verpasst hätte.
also nein.
du?


nur wenn ich drüber nachdenke wie du dich manchmal bei der genzen sache fühlen musst

für solche gedanken lieb ich dich einfach.

(:

ich muss nur aufhören, mir immer über alles gedanken zu machen und lernen, es einfach nur zu genießen.

du hast grade gesagt das du mich liebst (:

.. und?
zufrieden? ;P


das hast du noch nie gesagt (;

und jetzt nimmst du reißaus?

nö. das könnte dir so passen (;

(;
ja, ab und zu zeige ich dir meine verletzliche seite.


ab und zu ?

na, nicht immer.

naja ok, manchmal versuchtst du die unnahbare zu spielen

erfolglos? ):

ja.
und ehrlich gesagt mag ich die "verletzliche" seite auch viel lieber


hmm ..
(blush)


ich muss leider jetzt schluss machen ):

aach ..
bis morgen.


schlaf schön :*
und :
Ich liebe dich :*

13.3.11 22:46, kommentieren

offen und ehrlich - ausgekotzt.

Du bist im Urlaub, entspannst dich. Du hast es dir verdient, das weiß ich. Ohne Rücksicht auf dich selbst zu nehmen, hast du in der letzten Zeit nicht nur normal gearbeitet (normal heißt bei uns eine mindestens 50-Stunden-Woche), du hast auch allen Freunden und Verwandten geholfen, die Hilfe brauchten. Beim Umzug deiner Freunde, die in unsere Nachbarschaft gezogen sind, beim Umzug deiner Schwester, beziehungsweise beim Ausbau der Wohnung, in die deine Schwester kürzlich gezogen ist, deiner Mutter mit ihrer Krankheit .. Niemals sagst du „Nein“.



Ich weiß, dass du am Rande deiner Kräfte warst und es dir doch nicht eingestehen wolltest. Ich gönne dir deinen Urlaub also wirklich. Ich mag dich ja auch sehr und wünsche dir nur das Beste.

Und als du mir vorher noch gesagt hast, dass du mir jeden Tag SMS schreiben würdest, habe ich mich noch völlig naiv gefreut. Ich hab mir gedacht ‚Hey, dann denkt er jeden Tag an dich und ist dir irgendwie nah.‘ Trottel-Ich.



Als dann die erste SMS kam, wurd' mir leicht übel. Die unscheinbaren Wörtchen "wir" und "uns" haben meine Naivität in die Ecke gedrängt und zusammengeschlagen. Ich mein, ich bin ja nicht blöd und im Verdrängen bin ich so gut auch wieder nicht. Ich wusste ja, dass ihr zusammen wegfahrt. Aber irgendwie tat es wirklich weh, das jetzt nochmal so auf die Nase gebunden zu bekommen. Meine Wunschvorstellungs-SMS beinhalteten einzig und allein deine Gefühle für mich und alles was damit zusammenhängt. Mehr wollte ich nicht wissen. Nicht, wie toll eure Wohnung ist, wie schön der Strand, wie viel Spaß ihr habt. Wenn ich ganz ehrlich sein soll: Da gab es dieses kleine, miese, fiese Gift-Bärchen in meinem Hinterkopf, das sich gewünscht hat, dass du keine einzige SMS schreibst, sondern sofort höchstselbst einfach wieder kommst. Weil du mich und das Gift-Bärchen so vermisst.

Anscheinend ist dieser dumme Bär noch naiver als ich.



Naja. Ich weiß nicht mal, warum ich weiter daran festhalte. Du und ich, das wird nie was. Ich kann mir das ja nicht mal selber vorstellen. Wie solltest du das dann können? Und WARUM solltest du das WOLLEN? Ich meine, zugegeben: Ich weiß nicht viel von deinem Leben, wie es wirklich ist. Aber ich glaube zu wissen, dass es dir gut geht und ich sehe keinen Anlass, warum du etwas ändern wollen würdest. Und so ganz nebenbei tut mir die Geschichte zwischen uns eben einfach nicht gut. Du weißt es selbst. Ich heule viel zu oft, ich kratze mir die Unterarme blutig und die wirklich schmerzhaften Verspannungen schiebe ich mittlerweile auch auf dich.



Also, sag mir, warum komme ich nicht von dir los? Ist es wegen dem animalischen Sex? Wegen der Gier, mit der du mich ansiehst? Dass du ernsthafte Gefühle für mich hast, glaube ich übrigens mittlerweile schon gar nicht mehr. Ich meine, ich glaube schon, dass es möglich ist, dass du das glaubst. Aber es ist halt nun mal nicht so. Du magst mich, mehr als eine normale Freundin, das mag sein. Aber die Hauptschnittstelle zwischen uns ist halt nun einmal der Sex. Klar, du bist für mich da, wenn ich dich brauche. Aber auch nur, wenn sie dich nicht grad braucht. Das wusste ich vorher und deswegen wollte ich eine rein physische Beziehung. Du hättest meine (ohnehin sehr instabile) Psyche nie mit einbeziehen dürfen. Ernsthaft, das hat alles durcheinander gebracht.
So weit hätte ich es niemals kommen lassen dürfen.

Jetzt ist es zu spät, ich bin in einer Art und Weise an dich gekettet, die ich selbst nicht verstehe und die mich langsam aber sicher zu Grunde richten wird.

Erklär mir doch wenigstens, warum ich nicht von dir loskomme. Warum? Ich hasse dieses Gefühl der Abhängigkeit. Es lässt mich klebrig werden auf eine Art, die mich selbst abstößt. Ich werde dann die Art von Frau, die den jämmerlichen, aufmerksamkeitsheischenden Hundeblick perfekt beherrscht. Ich kann mich selbst nicht leiden, wenn ich dich so ansehe. Aber ich brauche deine Aufmerksamkeit. Ich brauche die Gewissheit, dass ich dir nicht egal bin. Und doch will ich dir das Gefühl geben, dass du mir egal bist, damit ich mein Gesicht nicht verliere. Eigentlich habe ich kein Problem damit, zu potentiellen Partnern Vertrauen zu fassen. Aber bei dir ist das was völlig anderes. Dadurch, dass du höchstens mit deinem halben Herzen bei mir bist und dadurch, das mir kein Teil von dir ganz gehört, kann ich mich 'gefühlsmäßig' bei dir nicht fallenlassen. Im Bett/auf der Couch/im Auto/whatever geht das ohne Probleme. Aber sobald es ans Eingemachte geht, fange ich an zu stottern und schaffe es nicht, meine Gedanken zu artikulieren. Du musst erst stundenlang prockeln, bevor ich mit einem Gedanken herausplatze. Und wenn er dann einmal raus ist, muss man ihn ja auch noch erklären und deuten und ... Ach.
Bevor ich mir nicht sicher bin, was ich für dich bin, werde ich dir nie die verstörende Kraterlandschaft hinter der hübschen Fassade zeigen.

Das ist doch Dreck. Was mach ich denn jetzt?

3.3.11 22:27, kommentieren

ich will.

. die vorstellung aus meinem schädel kriegen, wie ihr fröhlich grinsend in deinem auto sitzt und eurem urlaub entgegen fahrt.
. nicht mehr daran denken müssen, was ihr zusammen erleben werdet.
. dich neben mir haben, jetzt sofort.
. nicht jedes lied irgendwie auf mich und dich beziehen müssen.
. sie ganz einfach vergessen.
. deinen geruch aus der nase kriegen.
. die eine für dich sein.
. aufhören, so für dich zu fühlen.
. anfangen, mir selbst wieder etwas wert zu sein.

aaarrrg!!

28.2.11 14:45, kommentieren

.

was ich dir nicht sagen kann.

deine hände auf meinen beruhigen mich jedesmal.
wenn du lächelst, schlägt mein herz höher.
bin ich am ende, bringt deine augenbraue mich immer zum grinsen.
wenn deine finger sanft über meine wange streichen, auch wenn du es vielleicht nicht ernst meinst, krieg ich weiche knie.
brich mir das herz und ich brech dir die beine.
manchmal will ich einfach nur mit dir liegen und sein.
ich kann nicht einsortieren, warum du mich immer wieder einlädst.
aber ich find es schön. deine nähe ist gift und gold zugleich.
was fühlst du? fühlst du überhaupt, oder ist das alles ein schräges schauspiel?

was ich dir nicht sagen will.

wenn du mich fickst, fühle ich mich vollständig.
wenn du danach gehst, sterbe ich ein kleines bißchen. jedesmal.
ich will von dir loskommen. und ich muss, so schnell wie es geht.
sei für mich da, wenn ich dich brauche!
warum machst du das?
du tust mir weh. jedesmal, wenn du sie küsst, streichelst oder einfach nur berührst.
manchmal fühle ich mich so klein und jämmerlich, es kotzt mich selber an.


was ich dir sage.
du bist mein freund.
ich bin immer da, wenn du mich brauchst.
du weißt zuviel von mir.
bis bald.



es kotzt mich so an. so sehr.

20.2.11 23:44, kommentieren

.ich - du.

Ich habe eine große Klappe und wenn es um dich geht, fehlen mir die Worte.
Ich bin stolz und unnahbar, lasse niemanden an mich heran und bei dir kann ich ich sein.
Ich schreibe oft und viel, aber zu dir fällt mir nichts ein.
Ich bin rastlos und unruhig, aber in deiner Nähe wird mein Atem gleichmäßig und es geht mir gut.
Ich möchte geheimnisvoll und besonders sein und du kitzelst alle Geheimnisse aus mir heraus.
Ich trage Geschichten in mir, die nur du kennst.
Ich vermisse dich, auch wenn du nur zehn Minuten weit weg bist.
Ich möchte klug wirken und interessant, damit du mich siehst.
Ich will sexy sein und verrucht, damit du mich nicht mehr aus dem Kopf kriegst.
Ich will dir aufschreiben, was du mir bedeutest, aber die Worte wurden noch nicht erfunden.
Ich bin schüchtern und zurückhaltend, doch du machst mich wild.
Ich möchte viel weinen und du bringst mich zum Lachen.
Ich finde mich selbst oft so jämmerlich und du nimmst mir dieses Gefühl mit einem Lächeln.
Ich tue mir selbst weh und du tust mir gut.

Du bist momentan die wichtigste Person in meinem Leben.

17.2.11 10:14, kommentieren

immer wenn es dunkel wird ...

ich hab dich ausgelöscht, anstatt dich nur zu vergessen
deine zettel am kühlschrank hab ich aufgegessen
es war schon lange vorbei, es war schon längst zeit zu gehn
deine Vorstellung von liebe tut mir nicht mehr weh

ich kann nach vorne schauen, ich hab mein herz zurück
das wollte ich dir nur sagen, doch du hast mich weggedrückt
als wäre ich ein fremder, als wäre ich irgendwer
wenn man was sagen will, dann fällt das reden schwer
und was soll man auch schon sagen, wenn man das wichtigste verliert
ich kann nicht mehr so tun, als wäre das alles nicht passiert

immer wenn es dunkel wird und alles auseinander fällt
wird mir unaufhaltsam klar, dass das mit uns was gutes war

ich hänge die fahnen ab, ich reiß die fenster auf
mir tun die haare weh, ich schmeiß die geister raus
ich will an nichts mehr denken, ich will was neues greifen
doch die gedanken hängen fest in alten endlosschleifen
und was soll man auch schon haben, wenn man das wichtigste verliert
ich will nicht mehr so tun, als wäre das alles nicht passiert

immer wenn es dunkel wird und alles auseinander fällt
wird mir unaufhaltsam klar, dass das mit uns was gutes war
immer wenn es stiller wird und nichts mehr mich in atem hält
dann tut es weh und mir wird klar,
dass das mit uns was gutes war

die geister kommen aus allen ecken, um mich immer wieder aufzuwecken
und der gedanke an dich bleibt, ja der gedanke an dich bleibt

die geister hängen in allen ecken, um mich immer wieder aufzuschrecken
und der gedanke an dich bleibt, ja der gedanke an dich bleibt ...

juli - immer wenn es dunkel wird


wenn man nur erst so weit käme. ich will nicht deine zweite wahl sein und ich will geliebt werden und ich will jemanden, der bei mir ist, wenn ich ihn brauche. ich will jemanden, der weiß, wann es mir schlecht geht und was mir weh tut. jemanden, der zu mir hält und mich festhält und mich glücklich machen will.

um das klarzustellen: ich meine damit nicht dich. wir würden als beziehung nicht funktionieren und das wissen wir ja wohl beide. aber solange ich mich mein hirn und herz mit dir vollkleistern lasse, werde ich meine augen nicht für einen andern öffnen können.

wieso bin ich denn bloß so unsicher? ich bin es wert, dass jemand nur für mich da sein will. ja, ich bin das wirklich wert.
und ich weiß das .. naja, wenn ich drüber nachdenke zumindest.

warum kann ich mich dann nicht lösen?

du fragst mich, warum ich mir selbst weh tue. eine genaue antwort kann ich dir auch nicht geben, ich weiß es nicht mit sicherheit. ich weiß nur, dass es in meiner brust weh tut, wenn ihr euch küsst. wenn ihr zärtlich und liebevoll zueinander seid und wenn ihr euch neckt. und es tut wirklich schlimm weh.
und weil ich das nicht zeigen darf, weil ich nicht so laut schreien darf, wie ich gerne würde, kratze ich mich. wenn es dann blutet, bin ich abgelenkt und es geht mir besser.

ich weiß selbst, dass das quatsch ist. aber dennoch, es geht mir besser dadurch.
ich habe also zwei möglichkeiten: mich vollständig von dir zu lösen oder mich weiterhin zu kratzen, wann immer es nicht anders geht.
ich schätze, du weißt, wofür ich mich entscheide.

um ehrlich zu sein, ist mir das dumme gekratze auch wirklich egal. mir geht es gut, wenn du in meiner nähe bist, also lass mich bitte und akzeptier es.

9.1.11 15:50, kommentieren

Nachtwanderung

© koriander


Zeltlager. Das war ja eh nie so dein Ding .. Du hast dich aber überreden lassen, hast dich von acht strahlenden Augen voller Vorfreude blenden lassen und bist mitgefahren. Es ist Sommer und die Hitze fließt an den Zeltinnenwänden herab.

Euer Zelt steht ganz nah an der Weser, direkt am Strand könnte man sagen. Natürlich hat die Weser keinen richtig schönen Strand, eher eine Schlammgrube mit ein paar Fleckchen Wiese dazwischen. Aber ihr macht es euch schön, stellt euch vor, ihr seid am Meer und würdet am tollsten Sandstrand zelten.

Die Betreuer waren etwas ganz besonderes, habt ihr nachher erzählt. Kaum zehn Jahre älter als ihr, sind sie euch in besonderer Weise nah und ihr könnt jede Menge Mist mit ihnen machen. Direkt neben dem Zeltplatz ist ein Minigolfplatz, auf dem ihr richtige Turniere veranstaltet. Auch in der Eisdiele im Ort seid ihr fast jeden Tag zu finden. Noch Jahre danach schwärmen deine Freundinnen von dem Joguretten-Eis.

Die anderen Jugendlichen, die ihr bei diesem Zeltlager kennen lernt, sind eigentlich alle in Ordnung. Es gibt niemanden, den du so gar nicht magst. Aber selbst wenn, deine besten Freundinnen sind bei dir, es ist Sommer und es hätte sicher die schönste Zeit eures Lebens werden können.

Wenn nicht .. ja, wenn nicht alles anders gekommen wäre.

Am Donnerstag ist Nachtwanderung angesagt, ihr zieht euch lange Hosen an und Pullover, damit ihr euch die Arme und Beine nicht im Wald zerkratzt. Ihr lauft los und alles ist toll. Die Betreuer haben viel Arbeit in diese Nachtwanderung gesteckt, es ist richtig gruselig.

Heute weißt du nicht mehr warum, aber du streitest dich mit den anderen, im Wald. Beleidigt läufst du hinter der Gruppe her, sonderst dich ab und willst nicht zusammen mit deinen Mädels laufen.

Den Blick auf den Boden gerichtet stolperst du also trotzig durch den dunklen Wald. Bist froh, wenn zwischen den dicht bewachsenen Ästen ab und an der Mond durchscheint, damit du den Weg nicht völlig aus den Augen verlierst. Deine Gruppe ist mittlerweile sicher schon wieder am Zeltplatz. Aber du bist schon groß, du findest den Weg auch allein.

Und weil du den Kopf immer noch gesenkt und die Augen immer noch auf den Boden gerichtet hast, siehst du das Tier nicht, dass da auf dich zuwankt. Hättest du es gesehen, es hätte wohl auch keinen Unterschied gemacht. Du bist noch jung, unschuldig möchte ich fast sagen. Du hättest das Tier nicht als gefährlich erkannt.

Du gehst also weiter, läufst ihm direkt in die Arme. Als du in das Tier hineinstolperst, hebst du den Kopf, willst dich grade für deine Unachtsamkeit entschuldigen, als seine Hand auf deinem Mund landet. Überrascht schauen deine Augen in die seinen. Was sie sehen, macht ihnen Angst, du willst weg. Grade als du dich von ihm weg, rückwärts bewegen willst, bemerkst du seine Hand an deinem Arm. Das Tier hat dich jetzt völlig fest, eine Hand auf deinem Mund und eine an deinem Arm. Du willst etwas sagen, willst dich wehren, aber es drängt dich zurück. Drängt dich weg vom Weg, tiefer in den Wald. Du versuchst, gegen das Tier anzukämpfen, doch es ist viel stärker. Eh du dich versiehst, liegst du am Boden, das Tier über dir.

Das Tier sagt nichts, es grunzt nur. Du kannst dich vor Angst kaum bewegen. Er liegt auf dir und hält dich fest. Du hast keine Möglichkeit dich zu wehren. Er tut dir weh. Du musst würgen. Seine Hände sind überall. Er hält dich fest. Er presst sein Maul auf deine Lippen. Es tut weh. Du weinst. Du schreist. Warum kannst du deinen Schrei nicht hören? Du hörst gar nichts. Du siehst auch nichts mehr.

-

Der Wald ist weg, du hörst das Meer rauschen. Wie schön, es ist ganz hell und warm hier. Ab und zu wackelt das Bild wie bei einem schlecht eingestellten Fernseher. Aber das ist egal, du liegst am Meer. Du wunderst dich ein bisschen, denn du liegst einfach da am Strand. Du kannst dich nicht bewegen, auch wenn du deine Füße gern ins Meer tauchen würdest. Aber eigentlich ist auch das egal, du riechst das Meer schließlich. Den ekligen Geruch verdrängst du, am Meer riecht es nämlich nach Salz und gar nicht widerlich. Die Sonne wärmt deinen Bauch, du fühlst dich toll.

-

Das Meer verschwindet und der Wald ist wieder da. Verwirrt blickst du dich um. Dir ist kalt. Dein Pullover ist weg, dein T-Shirt kaputt. Wo ist dein Pullover?
Du willst hier weg, so schnell wie möglich. Du rappelst dich auf, stolperst durch die Büsche und läufst gegen Baumstämme. Morgen werden große blaue Flecken überall an deinem Körper sein. Aber morgen wirst du das nicht spüren.
Äste zerkratzen deine Arme, du blutest. Du merkst es nicht.

Da vorne ist der Weg, siehst du? Der Mond leuchtet heute Nacht nur für dich. Du läufst weiter, läufst schnell wie der Wind, niemand kriegt dich.

Wer sollte das auch versuchen? Tiere? Hier gibt es keine Tiere.

Du bleibst stehen, keuchend. Mit tränennassen Wangen fängst du an, laut zu lachen.

21.2.11 21:20, kommentieren